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Der Dickdarm (lat. Kolon) bildet die letzte Instanz des menschlichen Verdauungssystems. Bevor die Nahrung den etwa 1,5 Meter langen Dickdarm erreicht wird sie im Magen aufgelöst. Danach werden im Dünndarm die nützlichen Bestandteile herausgelöst und über die Darmschleimhaut dem Körper zugeführt. Der Rest gelangt weiter in den Dickdarm, wo die nicht verdaulichen Nahrungsbestandteile durch Wasserentzug verfestigt und schließlich im letzten Teil des Darms, dem sogenannten Mastdarm, zur Stuhlentleerung gesammelt werden.
Die Nahrung wird über Bewegungen der Darmmuskulatur transportiert. Damit diese angeregt wird muss der Darm möglichst gefüllt sein. Unverdauliche Ballaststoffe sind deshalb so wichtig, weil sie im Verbund mit Flüssigkeiten aufquellen und die Darmmuskulatur auf diese Weise anregen. Je größer das Stuhlvolumen im Dickdarm ist, desto besser arbeitet die Darmmuskulatur und desto schneller wird der Inhalt normalerweise befördert.
Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Dabei handelt es sich um zwei chronische Entzündungen des Darms, die jeweils mit Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und anderen Symptomen einhergehen und derzeit nicht heilbar (aber dennoch behandelbar) sind. Beide Erkrankungen sind nicht heilbar und treten zumeist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf.
Häufig geht der Erkenntnis, an Morbus Crohn erkrankt zu sein, eine längere Suche nach anderen möglichen Krankheiten voraus. Meistens ist der Übergang vom Dünn- zum Dickdarm oder der letzte Teil des Dünndarms betroffen. Grundsätzlich können Entzündungen im ganzen Verdauungstrakt, also vom Mund bis zum After, auftreten.
Zu den auffälligsten Symptomen des Morbus Crohn gehören sporadisch auftauchende Bauchschmerzen und -Krämpfe. Diese Beschwerden treten bevorzugt im linken Unterbauch auf. Ebenso sind schleimige oder wässrige Durchfälle, die länger als vier Wochen andauern, ein Anzeichen für einen Morbus Crohn. Andere mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Müdigkeit, Unverträglichkeiten auf bestimmte Lebensmittel sowie Blutarmut und Vitaminmangel.
Da bei Morbus Crohn manchmal besonders starke Entzündungsschübe auftreten, geht es dem Patienten häufig sehr schlecht, wenn die Diagnose gestellt wird. Bei einem solchen Schub steht die Eindämmung der Entzündungsaktivitäten an erster Stelle. Ist dies geschehen (beispielsweise durch die Gabe von Cortison-Präparaten) und der Schub abgeklungen, kann der Patient auf eine individuelle Medikamenten-Therapie eingestellt werden.
Aufmerksame Selbstbeobachtung der Patienten und regelmäßige Arztbesuche sind erforderlich, um Anzeichen eines neuen Krankheitsschubes und eventuelle Komplikationen des Morbus Crohn so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Bei ungefähr zwei von drei Patienten mit Morbus Crohn ist dabei mindestens einmal im Leben auch ein chirurgischer Eingriff nötig, z.B. zur Entfernung einer Engstelle im Darm oder zur Behandlung von Fisteln oder Abszessen. Meist wird dabei der erkrankte Darmabschnitt sparsam entfernt und die gesunden Enden wieder verbunden. Ein dauerhafte Vermeidung weiterer Krankheitsschübe durch Operation ist allerdings - anders als bei der Colitis ulcerosa - nicht möglich.
Der Verlauf der Krankheit gestaltet sich unterschiedlich. Während sehr viele Morbus Crohn-Patienten ein normales Leben mit ihrer Krankheit führen, pendeln andere zwischen beschwerdelosen Phasen und akuten Schüben. Einige Patienten leiden allerdings auch unter Dauerbeschwerden. Patienten mit lang andauernden Schubphasen leiden manchmal unter Depressionen oder sonstigen Gemütsstörungen.
Während Morbus Crohn den ganzen Verdauungstrakt befallen kann, breitet sich Colitis ulcerosa (im Mastdarm beginnend) ausschließlich im Dickdarm aus.
Häufigstes Symptom der Colitis ulcerosa sind blutige Durchfälle. Auch spontane schwere Bauchschmerzen im linken Unterbauch (ähnlich wie bei Morbus Crohn) mit dem Drang zur Darmentleerung treten nicht selten auf. Ist der Enddarm besonders schwer betroffen, kann es zu einem ständigen mit Schmerzen verbundenen Stuhldrang kommen, der bei manchen Patienten zu unkontrollierbarem, plötzlichem Stuhlabgang führt.
Hat sich die Krankheit nur im Mastdarm ausgebreitet, treten beim Patienten meist nur leichte Symptome auf. Je weiter sich die Entzündung im Dickdarm ausbreitet, desto ausgeprägter sind die Krankheitszeichen. Dann kann es zu starken Schmerzen und schweren Blutungen sowie zu einer krankhaften Ausweitung des Darms kommen.
Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Eine medikamentöse Heilung ist nicht möglich, allerdings kann die Entzündung mit Hilfe von Medikamenten zum Abklingen gebracht und die Symptome unterdrückt werden
Die allgemein gehaltene Bezeichnung Darmkrebs bezieht sich fast immer auf eine Krebserkrankung des Dickdarms. Krebserkrankungen des Dünndarms sind sehr selten und sollen hier nicht weiter thematisiert werden.
Darmkrebs (Kolonkarzinom) steht sowohl in der Statistik der Auftrittshäufigkeit als auch der Krebstodesursachen in Deutschland an zweiter Stelle, nur noch übertroffen von Lungenkrebs. Schätzungsweise über 70.000 Männer und Frauen (jeweils ungefähr 50% anteilig) erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs. Während Frauen bei der Diagnose im Durchschnitt 75 Jahre alt sind, sind Männer im Schnitt schon mit 69 Jahren betroffen.
Darmkrebs entsteht aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen. Werden diese nicht entfernt, können daraus bösartige Karzinome entstehen (siehe auch den Punkt Vorsorgekoloskopie). Menschen, bei denen bereits ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) Darmkrebs hat oder hatte, sind besonders gefährdet für eine Erkrankung und sollten sich mit ihrem Arzt besprechen.
Darmtumore wachsen im Verborgenen und sehr langsam, so dass der Betroffene meist nichts davon bemerkt. Schmerzen bereitet die Erkrankung in der Regel erst in einem so späten Stadium, dass ein chirurgischer Eingriff nicht mehr zu vermeiden ist.
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige Untersuchungen auf Darmkrebs an. Dabei kommt einerseits der sogenannte Hämocult-Test zum Einsatz, der verborgenes Blut im Stuhl nachweist. Findet sich dabei tatsächlich Blut, muss dies nicht zwangsläufig Darmkrebs bedeuten, weist aber auf eine abnormale Veränderung im Darm hin. Eine andere Methode der Vorsorge ist die Austastung des Mast-/Enddarms durch den Arzt.
Während der Hämocult-Test nicht abschließend zuverlässig ist und die Austastmethode nur die letzten Zentimeter des Darms überprüfen kann, erlaubt einzig die Darmspiegelung eine sichere Untersuchung des ganzen Dickdarms (siehe auch den Punkt Vorsorgekoloskopie).
Seit dem 01.10.2002 übernehmen die Krankenkassen die Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr. Diese Vorsorgeuntersuchung kann dann im Abstand von zehn Jahren wiederholt werden.
Unter einer Koloskopie versteht man die Untersuchung des Dickdarms mittels eines biegsamen optischen Instrumentes. Diese Untersuchung, die von uns schon seit 1994 nach den jetzt geforderten Kriterien durchgeführt wird, ist empfehlenswert, da sich das Risiko einer bösartigen Tumorerkrankung im Dickdarm mit zunehmendem Alter erhöht.
In unserer Praxis wird jede hohe Koloskopie per Videobild des Coecum und der Klappe dokumentiert. Die Erfolgsrate der hohen Koloskopie, also einer kompletten Darmspiegelung, liegt in unserer Praxis bei 99 %. Krankhafte Befunde werden zusätzlich im Videobild gesichert, um Doppeluntersuchungen bei eventuell notwendig werdender stationärer Einweisungen zu vermeiden.
Für unsere Patienten besteht die Möglichkeit, die Videobilder mittels Datenträger (CD-ROM) gleich mitzunehmen. Ebenso kann bei Bedarf gleichzeitig eine Polypektomie, d.h. die Entfernung eines Dickdarmpolypen, durchgeführt werden. Polypen sind gutartige Geschwulste der Schleimhaut, die besonders im Dickdarm auftreten. Diese können nach einigen Jahren bösartig werden, weshalb sie immer abgetragen werden sollten. Mittels einer elektrischen Schlinge wird der Polyp vollständig entfernt.
Bei nicht eindeutigem Befund kann via Chromoendoskopie (Fallbeispiele...), einer neuartigen Anfärbetechnik des Dickdarms, eine Diagnose gesichert werden. Hierbei wird eine Farblösung auf die Schleimhaut aufgesprüht. Mit Hilfe dieser Färbungen wird die Detailerkennung verbessert. Diese Methode wird zum Beispiel zur Frühdiagnose von Karzinomen eingesetzt. Der makroskopische Befundbericht wird noch am Tag der Koloskopie dem Patienten mitgegeben.
Wir sind gerne bereit, in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt, Ihnen die bestmögliche Versorgung zukommen zulassen.
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